Donnerstag, 23. August 2012

2013 Landtagswahl im Fürstentum Liechtenstein


 

Liechtensteins beide großen Parteien, die Fortschrittliche Bürgerpartei FBP und die Vaterländische Union VU, lieferten sich bei der Landtagswahl 2009 ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit 47,6 Prozent der Stimmen hatte die VU die Nase vorn und verwies die FBP mit 43,5 % auf den zweiten Platz.

Wie üblich stellten beide Parteien die Regierungsmitglieder. Die VU stellte mit Klaus Tschütscher den Regierungschef, die FBP mit Martin Meyer den Regierungschef-Stellvertreter.


 

Wie verschiedentlich schon durchgesickert war, wird Martin Meyer 2013 nicht mehr kandidieren. Er wird eine neue Aufgabe in der privaten Wirtschaft übernehmen. Jetzt wurde dies offiziell bestätigt, und FBP Präsident Alexander Batliner präsentierte auch gleich den Nachfolger. Adrian Hasler ist der Spitzenkandidat der FBP im nächsten Landtagswahlkampf. Die derzeitige Regierungsrätin Aurelia Frick wird ebenfalls wieder kandidieren. Und sollte es tatsächlich so kommen, wie es sich Batliner wünscht, und die FBP nächstens den Regierungschef stellen, steht mit Mauro Pedrazzini ein weiterer Kandidat mit entsprechender Qualifikation für ein Regierungsamt zur Verfügung.


 

Adrian Hasler, derzeit Chef der Landespolizei, kennt natürlich die Strukturen in der Landesverwaltung bestens. Wichtig war für Batliner bei der Vorstellung des Kandidaten aber der Hinweis, dass Adrian Hasler als früherer Leiter Group Finance und stellvertretender Direktor bei der VP Bank auch den Finanzplatz Liechtenstein gut kennt und in der Bankenwelt kein Neuling ist. Dies ist besonders deshalb wichtig, weil er als Regierungschef schwerpunktmäßig für die Finanzen zuständig wäre. Und dies wird auch in den kommenden vier Jahren wieder einer der wichtigsten Faktoren in der Regierungsarbeit sein.


 

Kontinuität ist wichtig für das Fürstentum Liechtenstein, betonte Batliner. Dies umso mehr, als beim Koalitionspartner, der VU, ein radikaler Wechsel ansteht, weil sowohl der Regierungschef Klaus Tschütscher als auch seine beiden Regierungsräte Hugo Quaderer und Renate Müssner nicht mehr kandidieren werden. Mit Adrian Hasler habe man einen Wunschkandidaten, der in seiner derzeitigen Position seine Führungsqualitäten unter Beweis gestellt habe. Dazu könnte er auf seine früheren Erfahrungen als Banker zurückgreifen, und darüber hinaus habe er von 2001 bis 2004 als ordentlicher Abgeordneter dem Landtag angehört und sei Mitglied der Finanzkommission gewesen. Auch aus dieser Sicht kenne er deshalb die Regierungsgeschäfte.


 

Einstimmig wurde auch Aurelia Frick vom FBP-Präsidium wieder als Regierungsrätin nominiert. Sie wäre bei ihrer Wahl das einzige "alte" Gesicht in der Regierung. Ebenso einstimmig wurde Mauro Pedrazzini ins Rennen geschickt. Auch er kennt die Regierungsarbeit aus seiner achtjährigen Tätigkeit als Regierungsrat-Stellvertreter und arbeitete während dieser Zeit eng mit Martin Meyer zusammen. Er gilt ebenfalls als profunder Kenner des Finanzplatzes Liechtenstein, da er nicht nur Erfahrung aus der Industrie, sondern auch aus der Tätigkeit als Finanzanalyst bei der Liechtensteinischen Landesbank und danach al Leiter Aktienmanagement bei der LLB Asset Management AG mitbringt.


 

In seiner nächsten Sitzung wird sich der FBP-Landesvorstand mit der Kandidatenkür befassen. Batliner ist sich sicher, dass das von ihm präsentierte Team auch dort auf große Zustimmung stoßen und zu Händen des Parteitages nominiert werden wird.

Mittwoch, 15. August 2012

Auch Fußball ist eine Meldung wert


 

Fußball ist immer eine Meldung wert, selbst im Fürstentum, zumal es eigentlich gleich drei Meldungen sind, die zum gleichen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit gelangen. Überwiegend sind es sogar Erfolgsmeldungen. Die eine ist für Liechtenstein besonders erfreulich. Denn immerhin hat die Liechtensteiner Nationalmannschaft gegen Andorra, einen anderen Fußballzwerg, mit 1:0 gewonnen.


 

Das Testspiel dient zur Vorbereitung auf die Qualifikation zur Fußballweltmeisterschaft, die heuer wieder ansteht. Im September wird es ernst. Dann wartet mit Bosnien-Herzegowina ein schwerer Gegner auf die Kicker aus dem Fürstentum, auch wenn die Bosnier nicht gerade zur Spitzengruppe in Europa zählen. Aber wer sich qualifizieren will, muss gerade bei den leichteren Gegnern die Punkte holen. Übrigens, und das ist die zweite Erfolgsmeldung: die Tickets für das Qualifikationsspiel am 7. September sind bereits jetzt alle verkauft.


 

Doch zurück zum Testspiel gegen Andorra. David Hasler erzielte in der 45. Minute das Tor des Tages. Es sollte das einzige bleiben in einem Spiel, mit dem die LFV-Auswahl nicht zufrieden sein konnte. Sicher, der Gegner war schwach. Aber gerade das hätte eigentlich dazu führen sollen, dass die eigene Mannschaft ihr Spiel hätte machen sollen. Warum das nicht so ganz geklappt hat? Trainer Bidu Zaugg wird wohl seine Schlüsse ziehen. Der Kommentar von Abwehrchef Martin Stocklasa spricht Bände: "Sicherlich war das Spiel nicht gerade schön anzuschauen. Aber einzig das Ergebnis zählt, und in ein paar Tagen wird niemand mehr darüber reden, wie es zustande gekommen ist." Der Fachmann würde es anders ausdrücken: Liechtenstein spielte viel zu langsam, um die Gäste unter Druck setzen zu können.


 

847 Zuschauer sahen das Spiel im Rheinpark Stadion. In der 6. Minute hat David Hasler die erste Chance, in der 20. die zweite. Fünf Minuten später versucht es Burgmeier – ebenfalls erfolglos. In der 32. Minute ist David Hasler wieder zur Stelle, scheitert aber am Torwart. Und dann die erlösende 45. Minute: Tor! Es ist der erste Treffer von Hasler in der Nationalmannschaft.


 

Die zweite Halbzeit war deutlich langweiliger. In der 54. Minute kommt der eingewechselte Eme für Liechtenstein zum Schuss, findet aber den gegnerischen Torwart auf dem Posten. In der 61. Minute zielt Frick knapp am Tor vorbei. Dann dauerte es bis zur 88. Minute. Christen hat das 2.0 auf dem Fuß, scheitert aber wieder am guten andorranischen Keeper. Immerhin kann man sich auch damit trösten, dass die Liechtensteiner doch deutlich mehr Chancen als die Gäste hatten.


 

Nicht so gut traf es den Nachwuchs. Die U21-Nationalmannschaft hatte sich zum Test nach Malta begeben. Trainer Rene Pauritsch hatte zwar nur einen stark dezimierten Kader zur Verfügung. Dazu kam, dass die Liechtensteiner gleich zu Beginn ein Tor kassierten und deshalb dem Rückstand hinterherlaufen mussten. Das wiederholte sich auch noch zu Beginn der zweiten Halbzeit, keine guten Voraussetzungen für einen Sieg. Erst in der 79. Minute kam Liechtenstein durch Christoph Duelli zum Ehrentreffer. 4:1 für Malta lautete der Endstand.

Donnerstag, 2. August 2012

Sport: Drei Olympiateilnehmer aus Liechtenstein


 

Zum 16. Mal nehmen heuer, wieder Sportler aus Liechtenstein an den Olympischen Spielen teil. Der erfahrenste Teilnehmer an den Spielen in London 2012 ist dabei kein Aktiver, sondern der Delegationsleiter Alex Hermann. Er begleitet die Sportler jetzt zum zehnten Mal zu Olympischen Spielen.


 

Tausende Athleten kämpfen in London in vielen verschiedenen Sportarten um die Medaillen. Drei davon kommen aus Liechtenstein. Erstmals dabei ist die Tennisspielerin Stephanie Vogt. Nachdem sie schon eine Einladung für die vorigen Spiele nach Peking erhalten hatte, diese aber verletzungsbedingt nicht wahrnehmen konnte, hat es in diesem Jahr geklappt. Stephanie Vogt, schon zweimal Sportlerin des Jahres in Liechtenstein, trug die Liechtensteiner Fahne ins Stadion. Sportlich konnte sie allerdings nicht nach den Medaillen greifen. Mit der in der Tennisweltrangliste weit vor ihr stehenden Anna Tatishvili aus Georgien zog sie ein schweres Los und verlor in zwei Sätzen.


 

Die zweite Sportlerin aus Liechtenstein ist die Schwimmerin Julia Hassler, die über 400 m und 800 m Freistiel startet. Auch sie war schon zweimal Sportlerin des Jahres im Fürstentum.


 

Dritter Teilnehmer ist unser Marathonläufer Marcel Tschopp. Ankommen ist alles, heißt es bei dieser Ausdauersportart, und Marcel Tschopp ist sich sicher, dass dies nicht mit den letzten sein wird.


 

Untergebracht sind die Athleten natürlich im olympischen Dorf. Besonderer Kontakt besteht natürlich zu den Schweizer Athleten, mit denen auch gemeinsam trainiert wird. Doch auch mit den in unmittelbarer Nähe wohnenden Dänen wurden engere Kontakte geknüpft, wobei ja ohnehin der Kontakt zu Sportlern aus aller Welt zu den besonderen Erlebnissen der Athleten zählt.


 

Alex Hermann, als Chef de Mission der für die Organisation Zuständige in der kleinen Delegation des LOSV, würde natürlich gerne einige Sportler mehr aus Liechtenstein mitnehmen. Doch wird es für sie immer schwerer, die internationalen Qualifikationshürden zu nehmen, die immer weiter nach oben gesetzt werden. Er kann sich sogar noch daran erinnern, dass 1936 ein Sportler aus Liechtenstein an den Sommer- und den Winterspielen teilnehmen durfte, ein heute kaum mehr vorstellbares Ereignis.


 

Für Alex Hermann sind es die letzten Spiele in dieser Funktion. Er möchte in das Amt des Generalsekretärs wechseln. In dieser Eigenschaft wird er zwar weiterhin an den Spielen teilnehmen, aber eben als Repräsentant und nicht mehr als Organisator. Mit Robert Büchel steht der Nachfolger als Chef de Mission schon fest.


 

Auch über Tausende von Teilnehmern bei einem ganz anders gearteten "Sportereignis" sind dagegen, direkt aus Liechtensteins Hauptstadt zu berichten: das am Schweizer Nationalfeiertag, dem 1. August, stattfindende Entenrennen. Am Nachmittag werden sie bei der Kindle AG in Triesen ins Wasser gelassen. Ein spannendes Rennen ist zu erwarten. Welche Ente erreicht als erste das Ziel in der Nähe von Ridamm City in Vaduz. Neben den gelben Rennenten schwimmen auch rote "Schweizer" Enten und blaue "Liewo" Enten mit. Die Daheimgebliebenen werden sich diese Gaudi wohl kaum entgehen lassen. Nach dem Zieleinlauf spendiert der Schweizer Verein im Fürstentum Liechtenstein noch allen Gästen gratis eine Wurst und lädt zum gemütlichen Beisammensein ein. Den Abschluss bildet dann das traditionelle Feuerwerk.

Donnerstag, 26. Juli 2012

LLB-Gruppe berichtet Gewinnsteigerung

Mit einiger Spannung erwartete die Finanzwelt die Veröffentlichung des Halbjahresergebnisses der LLB Group. Schließlich hat sich der Aktienkurs des Instituts seit 2011 mehr als halbiert und befand sich auch jüngst wieder auf Talfahrt. Gut die Hälfte der Aktien hält das Land Liechtenstein. Die in privater Hand befindlichen Aktien werden an der SIX Swiss Exchange notiert.

Erfreulich ist, dass die LLB heuer wieder von einer Gewinnsteigerung berichten konnte. Das Geschäftsergebnis der LLB Gruppe erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahressemester immerhin um 80 % auf rund 62 Millionen Franken und liegt somit deutlich über den 34,3 Millionen Franken im Vergleichszeitraum.

Weiter wird berichtet, dass die Ausleihungen an Kunden im ersten Halbjahr 2012 um 3,2 % auf 10,7 Milliarden Franken angestiegen sind. Die betreuten Kundenvermögen nahmen "nur" um 0,6 Milliarden oder 1,2 % zu; die Gesellschaft führt dies auf die derzeitigen Marktverhältnisse zurück. Der Netto-Zufluss an neuen Kundengeldern betrug sogar nur rund 2 Millionen Franken.

Der Geschäftsertrag der Gruppe erhöhte sich im Halbjahresvergleich um 14 % auf rund 234 Millionen Franken. Wesentlichen Einfluss hatte die positive Entwicklung der Finanzanlagen – jetzt 22 Millionen Ertrag nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum von 6,3 Millionen. Zweiter wesentlicher Punkt war die Umstellung der Zuführungen zur Personalvorsorgestiftung der LLB AG, die sich aufgrund der bereits bekannten Umstellung auf das Beitragsprimat um rund 20 Millionen reduzierte. Auch der Geschäftsaufwand konnte um rund 3 Millionen Franken reduziert werden.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen sind noch ungeprüft. Wesentliche Änderungen dürften aber nicht zu erwarten sein. Ende August will die Gruppe die genauen Zahlen bekannt geben.

Die Liechtensteinische Landesbank, gegründet 1861 und seit 1993 teilprivatisiert, ist als Universal- und Geschäftsbank im Heimatmarkt Liechtenstein fest verhaftet. Zweiter Schwerpunkt ist die Schweiz mit der LLB Schweiz und der 2006 übernommenen Bank Linth. Daneben konzentriert sich das europäische Geschäft auf die Nachbarstaaten Deutschland und Österreich. International ist die LLB Gruppe in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit den Standorten Abu Dhabi und Dubai vertreten und ist auch auf den Cayman Islands und in Hongkong präsent.

Mittwoch, 11. Juli 2012

Ausländer-Integration in Liechtenstein


 

Ausländische Mitbürger sind auch im Fürstentum Liechtenstein keine Seltenheit. Probleme können daraus beispielsweise dann entstehen, wenn sich die Ausländer auf bestimmte Wohnorte konzentrieren oder sich Parallelgesellschaften bilden. Dem wollte die Regierung vorbeugen. Sie hat deshalb die Ausländervereine im Fürstentum aufgefordert, Vorschläge zur Integration zu machen. Jetzt kam die Antwort. Der Dachverband der Ausländervereinigungen überreichte Innenminister Hugo Quaderer 35 konkrete Vorschläge.

Zuvor hatten die achtzehn Vertreter der Ausländervereinigung die Initiative ergriffen und einen Dachverband gegründet. Noch in der zweiten Integrationskonferenz im März dieses Jahres hatten die Teilnehmer wenig Konkretes zum Thema Integration formuliert. Dies blieb nicht ohne Kritik. Solch eine Gelegenheit sollte nicht ungenutzt vorübergehen. Auch der Sprecher des Dachverbandes der Ausländervereinigung, Cyrill Deicha, denkt mit Enttäuschung an diese Veranstaltung zurück. Deshalb bleibe die Aufforderung, die Chance zur Mitwirkung zu nutzen, im Raum stehen.

Diese Chance hat jetzt der Dachverband der Ausländervereinigungen ergriffen. Die Delegierten beschlossen, sich sehr viel aktiver im gesellschaftlichen Leben zu engagieren und vor allem auch Lösungsvorschläge zu sammeln, um Fehler und Probleme vermeiden zu helfen. Diese wurden jetzt den Behörden, allen voran dem Innenminister Hugo Quaderer, übergeben.

Der Dachverband versteht sich dabei nicht als eine Gewerkschaft der Ausländer. Er sieht sich mehr als Schnittstelle zwischen den einzelnen Vereinigungen und den Behörden mit dem Ziel, Lösungen zu präsentieren, die auch konsensfähig sind. Diese Ideen sollen aber nicht aus dem Dachverband, sondern von den Vereinen vor Ort kommen.

35 Vorschläge kamen zusammen. Sie sind mehr oder weniger konkret, manche kurzfristig, andere erst nach längerer Diskussion umzusetzen. So hat das APA bereits einen Ausschuss zur Verbesserung der Jobsuche für Ausländer eingerichtet, dem auch ein Vertreter des Dachverbandes als sachverständiges Mitglied angehört. Der Begriff "Kinder von Wanderarbeitern" ist veraltet und sollte abgeschafft werden. Stattdessen sollten die in diesem Bereich angebotenen Sprachkurse für Kinder allen Kindern offen stehen. Sie finden in öffentlichen Schulen statt und sollten deshalb auch unter der Kontrolle der Liechtensteiner Behörden und nicht unter ausländischer Aufsicht stattfinden. Wahlrecht, Stimmrecht, Einbürgerung – das sind Fragen, die noch einer umfangreichen Diskussion bedürfen. Sind differenzierte Fristen für die Einbürgerung gerechtfertigt, soll der Integrationsgrad dabei geprüft werden, ist die doppelte Staatsbürgerschaft eine Lösung und kann auch Ausländern ein passives Wahlrecht eingeräumt werden? Hier sind intensive Diskussionen vor allem auch mit der einheimischen Bevölkerung notwendig. Denn in einem Punkt waren sich alle schnell einig: für das kleine Fürstentum sind Parallelgesellschaften keine Lösung, auch wenn sich diese andernorts in größeren Gesellschaften bewährt haben mögen.

Dass es auch innerhalb der Ausländer unterschiedliche Interessen und Schwerpunkte gibt, lässt sich leicht an der Liste der Sektionen ablesen, die im Dachverband der Ausländervereinigungen mitarbeiten. Da gibt es nicht nur eine deutsche, eine österreichische und eine Südtiroler Sektion. Aus dem westlichen Europa sind Engländer, Niederländer, Franzosen, Italiener, Spanier und Portugiesen vertreten. Im Osten reichen die Teilnehmer von Griechen und Slowenen über eine slawische Sektion bis nach Russland. Die Stiftung Mintegra arbeitet im Dachverband mit, und auch die arabisch sprechenden Ausländer haben eine Stimme im Verband.

Freitag, 6. Juli 2012

LGT Bank expandiert im Nahen Osten

Die LGT Bank, eine der drei größten Banken im Fürstentum Liechtenstein, gab jetzt einen weiteren Expansionsschritt im Nahen Osten bekannt. Die neue Tochtergesellschaft hat ihren Sitz in Dubai, der Hauptstadt des Emirats Dubai, einem der Mitglieder der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).

Dubai, inzwischen die größte Stadt in den Emiraten, ist bekannt durch seine spektakulären Bauten. Darunter ist mit dem Burj Khalifa das höchste Gebäude der Welt, das 828 m hoch gebaut wurde. Die Stadt Dubai umfasst etwa 85 % der Bevölkerung Dubais; die Emirate zählen aufgrund ihres Ölreichtums – sie besitzen die siebtgrößten Ölvorkommen der Welt – zu den reichsten Ländern der Welt und im Nahen Osten zu den am weitesten entwickelten Volkswirtschaften.

Um in dieser wichtigen Region gleich richtig Fuß fassen zu können, wurde die Präsenz mit hochkarätigen Managern besetzt. Als CEO von LGT Middle East konnte Tamer Rashed, bisher bei der Bank of America Merrill Lynch tätig, gewonnen werden. Thomas Piske, CEO LGT Private Banking und sein direkter Vorgesetzter, betonte bei der Bekanntgabe, dass Tamer Rashed die Region sehr gut kenne und mit seiner Erfahrung helfen würde, das Geschäft rasch zu entwickeln und die bereits bestehenden Kundenbeziehungen zu festigen.

Zunächst muss noch die Zustimmung der Aufsichtsbehörden von Dubai abgewartet werden. Damit wird in den nächsten Wochen gerechnet, sodass die LGT Middle East ab dem vierten Quartal 2012 operativ tätig sein wird. Daher hat man auch schon jetzt die wichtigsten personellen Entscheidungen getroffen.

Neben der Golfregion ist LGT Middle East auch für den östlichen Mittelmeerraum, die Türkei, Afrika und Südasien zuständig. Auch Südasien wird immer wichtiger für den Dienstleister LGT. Daher hat man für diesen Bereich mit großen Wachstumsraten zur Betreuung der Kunden gleich ein ganzes Team verpflichtet. Leiter ist Mannan Adenwalla, mit über zwanzig Jahren Branchenerfahrung ebenfalls ein Kenner der Region. Er war zuletzt für den Aufbau und die Leitung der Clariden Leu Asset Management in Dubai zuständig.

Die LGT Bank ist eine Privatbank, die zum Unternehmensbereich des Fürsten von Liechtenstein zählt. Eigentümerin der LGT Group ist die Stiftung Fürst Liechtenstein, der Prinz Philipp von und zu Liechtenstein vorsteht. CEO der LGT Bank ist Prinz Maximilian von und zu Liechtenstein. Der Bank gelang dank ihrer Größe und Besitzverhältnisse – wo gibt es sonst noch eine eigentümergeführte Privatbank dieser Größenordnung? - eine einzigartige Positionierung im weltweiten Bankensystem. Innovative Investmentlösungen, verbunden mit einer starken Präsenz vor Ort, sollen weitere Kundengruppen in dieser schnell wachsenden Region erschließen. LGT Chef Prinz Max konstatierte, dass die Dienstleistungen der LGT im Nahen und Mittleren Osten auf großes Interesse stoßen würden. Dies sei eine gute Grundlage für die weitere Entwicklung der LGT Group.


 

Mittwoch, 27. Juni 2012

Familienhilfe in Liechtenstein




Wertvolle Arbeit leistet die Familienhilfe bei der Betreuung von Senioren und Seniorinnen. Der Bedarf an häuslicher Pflege wird aufgrund der Alterung der Bevölkerung auch in Liechtenstein immer größer. Wohnheimplätze sind rar; deshalb sollen alte Menschen so lange wie möglich zu Hause betreut werden.

Keine Zweifel gibt es daran, dass die Mitarbeiter der Familienhilfe, die sich in sechs Vereinen organisiert hat, hervorragende Arbeit leisten. Doch diese Arbeit wird immer mehr. Nicht nur nimmt der Pflege- und Betreuungsbedarf ständig zu, sondern die Fälle werden auch immer komplexer. Auf lange Sicht werden die Arbeiten immer schwerer zu bewältigen, zumal auch qualifiziertes Pflegepersonal nicht leicht zu finden ist. Die Familienhilfe muss also für die Zukunft fit gemacht werden, und mehr kosten sollte es nach Möglichkeit auch nicht. Darüber sind sich die auch die Gemeinden, die die Familienhilfe bisher mit einem Zuschuss von 30 Prozent unterstützten. Zwar wollte man die Subventionen verringern. Nach eingehender Untersuchung stellte sich jedoch heraus, dass im wachsenden Bereich der häuslichen Betreuung und Pflege kaum eine Einsparung möglich ist.

Der richtige Weg wird in fünf der sechs Gemeinden in einem Zusammenschluss der Familienhilfe zu einem einzigen Verein gesehen. „Ein großer Vorteil liegt dabei in der Möglichkeit, das Angebot zu professionalisieren und zu optimieren“, meint Ingrid Frommelt, die Präsidentin des Verbandes Liechtensteiner Familienhilfen. Die Gemeinden hoffen, mit diesem Zusammenschluss zumindest in der Administration Einsparungen erzielen zu können, damit die wachsenden Ausgaben für Pflege und Betreuung wenigstens teilweise kompensiert werden können. Im Herbst soll es so weit sein. Die Vorbereitungen für den Zusammenschluss laufen bereits. So hat der Gemeinderat Triesen in seiner letzten Sitzung nicht nur die Subvention für das Jahr 2011 in Höhe von knapp 300.000 Franken genehmigt, sondern sich auch grundsätzlich für die Reorganisation der Familienhilfe ausgesprochen.

Lediglich die Familienhilfe Balzers schlägt einen anderen Weg ein. Karin Negele, die Präsidentin der Familienhilfe Balzers, sieht in ihrer Gemeinde vieles an Ressourcen schon als gegeben an. Sie müssten nur gebündelt werden. So gebe es nicht nur die Familienhilfe, sondern auch das Alters- und Pflegeheim Schlossgarten, und auch die ortsansässigen Ärzte zeigten sich einer Zusammenarbeit nicht abgeneigt.

Die Aktivitäten in der Gemeinde Balzers sollen im Sozialkompetenzzentrum Balzers, das vom Alters- und Pflegeheim Schlossgarten und den ortsansässigen Ärzten gegründet werden soll, koordiniert werden. Synergien erhofft man sich dadurch in der Abdeckung bestimmter Einsätze und im Präsenz- und Pikettdienst. Das vorhandene Fachwissen für Ausbildung und Qualitätssicherung soll den betroffenen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden. In Arbeitsgruppen wurden die verschiedenen Gebiete der Zusammenarbeit bereits thematisiert.

Die wesentlichen Vorteile gegenüber einem überörtlichen Zusammenschluss sieht Karin Negele vor allem in der größeren Nähe zum Kunden, die beibehalten werden könne. Das gewährleiste eine persönliche Beratung. Die Mitarbeiter würden die örtlichen Verhältnisse bestens kennen und könnten so koordinierte Lösungen ausarbeiten.